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Fahrlehrer in Potsdam: Protest gegen geplante Führerschein-Reform

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Geprüft von Saad Bouziane Erfahrener Redakteur in Verkehrsrecht Stand: 28.01.2026
Fahrlehrer in Potsdam: Protest gegen geplante Führerschein-Reform
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💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Fahrlehrer demonstrierten vor dem Landtag in Potsdam gegen geplante Änderungen in der Führerscheinausbildung.
  • Kritikpunkte sind Abschaffung des Präsenzunterrichts, verstärkter Einsatz von Fahrsimulatoren und die umstrittene „Experimentierklausel“.
  • Verbände fordern Einbindung der Praxis, verpflichtende Qualitätskontrollen und warnen vor Einbußen bei Verkehrssicherheit trotz möglicher Kostensenkungen.
Rechtsanwalt Kay Stolle
"Angesichts stetig steigender Bußgelder lohnt es sich, Bußgeldbescheide nicht einfach hinzunehmen. Jede Sanktion muss rechtlich sauber begründet sein und genau da setzen wir an."
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Fahrlehrer in Potsdam protestieren lautstark gegen Reformpläne

Vor dem Landtag in Potsdam haben Fahrlehrer aus Brandenburg mit Trillerpfeifen, Sirenen und Plakaten gegen die vorgesehenen Änderungen in der Führerscheinausbildung demonstriert. Die Protestierenden fordern den Erhalt von Präsenzunterricht und verpflichtenden Sonderfahrten, weil sie in den Reformplänen eine Gefährdung der Verkehrssicherheit sehen.

Größe der Proteste und Kritik aus der Praxis

Der Fahrlehrer-Verband rechnete mit etwa 200 bis 250 Teilnehmenden; der Verbandsvorsitzende Hendrik Schreiber warnte davor, die praktische Ausbildung zu verwässern. Er bezeichnete die geplante Öffnung für Übungsfahrten mit Angehörigen als „Laienausbildung mit hohem Risiko“ und betonte, dass Werte und Einstellungen nur im direkten Austausch vermittelt werden könnten.

Was die Reform vorsieht

Die Eckpunkte der Reform sehen unter anderem vor, die Pflicht zum Präsenzunterricht aufzuheben und Lerninhalte stärker digital über Apps und Plattformen anzubieten. Außerdem sollen Fahrsimulatoren künftig häufiger zum Einsatz kommen und verpflichtende Sonderfahrten — etwa Nacht-, Überland- und Autobahnfahrten — reduziert werden. Vorgeschlagen wird außerdem eine sogenannte „Experimentierklausel“, die erproben soll, ob erfahrene Angehörige Fahrstunden ergänzen dürfen. Kritiker sehen darin einen Eingriff in die Qualitätssicherung der Ausbildung.

Kosten und mögliche Folgen

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder argumentiert, die Reformen könnten die Kosten für einen Pkw-Führerschein deutlich senken; aktuell liegen die Durchschnittskosten laut Ministerium bei rund 3.400 Euro. Fachverbände warnen jedoch, dass mehr Lernen per App und stärkere Simulator-Nutzung nicht zwangsläufig Kosten senken und in der Praxis zu zusätzlichem Erklärungsaufwand und womöglich mehr Fahrstunden führen könnten. Auch die bundesweit gestiegenen Preise für Fahrschulen wurden als Hintergrund genannt: 2024 stiegen die Kosten für Fahrschule und Führerschein laut Statistik deutlich.

Reformbereitschaft mit Bedingungen

Trotz scharfer Kritik betonen Vertreter der Fahrlehrer, sie seien grundsätzlich offen für Reformen, die Ausbildung effizienter und bezahlbarer zu machen. Gefordert wird jedoch eine stärkere Einbindung von Praktikern in die Gesetzgebung, verpflichtende Lernstandskontrollen und klare Qualitätsvorgaben, damit Verkehrssicherheit und pädagogische Standards nicht verloren gehen.

Weiterführende Berichte und Hintergrundinformationen finden Sie unter DIE ZEIT und in weiteren Berichten der dpa sowie regionaler Medien.


Quellen:

Verkehr: Fahrlehrer protestieren gegen Führerschein-Reform - DIE ZEIT

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