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Bußgelder außerorts & innerorts in Deutschland: Welche Strafen drohen bei Geschwindigkeitsverstößen?

Bußgelder außerorts und innerorts in Deutschland betreffen vor allem Geschwindigkeitsverstöße. Viele Autofahrer wissen zwar, dass innerorts strenger geahndet wird als außerorts, unterschätzen aber oft, wie groß die Unterschiede bei Bußgeld, Punkten in Flensburg und Fahrverbot tatsächlich sind. Gerade in geschlossenen Ortschaften ist das Risiko für Fußgänger, Radfahrer, Kinder, parkende Fahrzeuge und Kreuzungsverkehr deutlich höher. Deshalb fällt der Bußgeldkatalog dort in vielen Stufen spürbar strenger aus.

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Innerorts ist meist teurer als außerorts:
    Weil innerorts ein höheres Gefährdungspotenzial besteht, sind die Regelsätze dort in vielen Stufen höher.
  • Ab 21 km/h zu schnell droht regelmäßig ein Punkt:
    Sowohl innerorts als auch außerorts wird es ab dieser Schwelle deutlich ernster.
  • Fahrverbote drohen innerorts früher:
    Typischerweise innerorts ab 31 bis 40 km/h zu schnell, außerorts ab 41 bis 50 km/h zu schnell. Daneben kann auch ein Wiederholungsfall entscheidend sein.

Außerorts sind die Sanktionen zwar häufig etwas niedriger, harmlos sind sie deshalb aber nicht. Wer auf Landstraßen, Bundesstraßen oder Autobahnen mit Tempolimit zu schnell fährt, riskiert ebenfalls schnell Punkte und Fahrverbot. Hinzu kommt: Für die Einordnung zählt nicht nur der erste Messwert, sondern die Geschwindigkeit nach Toleranzabzug. Auch Wiederholungsfälle spielen eine wichtige Rolle.

Der folgende Ratgeber erklärt Ihnen verständlich, welche Bußgelder innerorts und außerorts in Deutschland gelten, ab wann Punkte und Fahrverbote drohen, welche Sonderfälle wichtig sind und wann sich eine Prüfung des Bußgeldbescheids lohnen kann. Tabellen, Übersichten und Checklisten sorgen dabei für einen schnellen Überblick.

Was bedeutet „innerorts“ und „außerorts“ überhaupt?

Innerorts bedeutet im Verkehrsrecht: Sie fahren innerhalb geschlossener Ortschaften. Maßgeblich ist nicht Ihr Gefühl, ob Sie sich „noch in der Stadt“ befinden, sondern die rechtliche Einordnung durch die entsprechenden Ortsschilder und Verkehrszeichen.

Außerorts bedeutet: Sie befinden sich außerhalb geschlossener Ortschaften, etwa auf Landstraßen, Bundesstraßen oder auf Autobahnabschnitten mit angeordnetem Tempolimit. Auch hier gilt: Entscheidend ist immer das an der konkreten Stelle vorgeschriebene Tempolimit.

📌 Merksatz

Für die Höhe des Bußgeldes zählt nicht, wie die Straße „wirkt“, sondern ob der Verstoß rechtlich innerorts oder außerorts begangen wurde.

Welche Grundregeln zur Geschwindigkeit gelten in Deutschland?

Für Pkw und andere Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen gilt innerorts grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, außerorts grundsätzlich 100 km/h, soweit Verkehrszeichen nichts anderes anordnen. Auf Autobahnen gibt es nicht überall eine starre allgemeine Höchstgeschwindigkeit, aber auf sehr vielen Abschnitten sind Tempolimits angeordnet. Außerdem gilt auch dort: Nur die konkret erlaubte Geschwindigkeit ist maßgeblich.

Zusätzlich müssen Fahrer ihre Geschwindigkeit immer an Sicht, Wetter, Verkehr und Straßenzustand anpassen. Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Regen oder Schneefall weniger als 50 Meter, darf grundsätzlich nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, sofern nicht ohnehin ein niedrigeres Tempolimit gilt.

Situation Typische Regel Wichtig zu wissen
Innerorts regelmäßig 50 km/h Schilder, 30er-Zonen oder Gefahrenstellen gehen vor.
Außerorts für Pkw häufig 100 km/h Beschilderung und konkrete Situation sind immer entscheidend.
Autobahn oft mit Tempolimit, sonst Richtgeschwindigkeit 130 km/h Wo ein Limit angeordnet ist, gelten die normalen Bußgeldregeln außerorts.
Sicht unter 50 Meter maximal 50 km/h Gilt bei Nebel, Schneefall oder Regen.

Tabelle: Die wichtigsten Unterschiede zwischen innerorts und außerorts

Thema Innerorts Außerorts
Grundtempo regelmäßig 50 km/h für Pkw häufig 100 km/h
Bußgeldhöhe in vielen Stufen höher oft etwas niedriger
Punkte ab 21 km/h zu schnell ebenfalls ab 21 km/h zu schnell
Regelfahrverbot typischerweise früher typischerweise später

Tabelle: Bußgelder innerorts in Deutschland

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Regelsätze für Geschwindigkeitsverstöße innerorts bei Pkw. Maßgeblich ist jeweils die Geschwindigkeit nach Toleranzabzug.

Tempoverstoß innerorts Bußgeld / Verwarnung Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h zu schnell 30 Euro keine nein
11 bis 15 km/h zu schnell 50 Euro keine nein
16 bis 20 km/h zu schnell 70 Euro keine nein
21 bis 25 km/h zu schnell 115 Euro 1 Punkt nein
26 bis 30 km/h zu schnell 180 Euro 1 Punkt 1 Monat*
31 bis 40 km/h zu schnell 260 Euro 2 Punkte 1 Monat
41 bis 50 km/h zu schnell 400 Euro 2 Punkte 1 Monat
51 bis 60 km/h zu schnell 560 Euro 2 Punkte 2 Monate
61 bis 70 km/h zu schnell 700 Euro 2 Punkte 3 Monate
über 70 km/h zu schnell 800 Euro 2 Punkte 3 Monate

Tabelle: Bußgelder außerorts in Deutschland

Außerorts sind die Regelsätze bei Geschwindigkeitsverstößen häufig etwas niedriger. Punkte und Fahrverbote spielen aber auch hier eine zentrale Rolle.

Tempoverstoß außerorts Bußgeld / Verwarnung Punkte Fahrverbot
bis 10 km/h zu schnell 20 Euro keine nein
11 bis 15 km/h zu schnell 40 Euro keine nein
16 bis 20 km/h zu schnell 60 Euro keine nein
21 bis 25 km/h zu schnell 100 Euro 1 Punkt nein
26 bis 30 km/h zu schnell 150 Euro 1 Punkt 1 Monat*
31 bis 40 km/h zu schnell 200 Euro 1 Punkt 1 Monat*
41 bis 50 km/h zu schnell 320 Euro 2 Punkte 1 Monat
51 bis 60 km/h zu schnell 480 Euro 2 Punkte 1 Monat
61 bis 70 km/h zu schnell 600 Euro 2 Punkte 2 Monate
über 70 km/h zu schnell 700 Euro 2 Punkte 3 Monate

* Ein Fahrverbot kann hier insbesondere dann hinzukommen, wenn innerhalb eines Jahres ab Rechtskraft der ersten Entscheidung ein zweites Mal eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 25 km/h festgestellt wird.

Ab wann drohen Punkte und Fahrverbot?

Für viele Betroffene ist nicht das eigentliche Bußgeld das Hauptproblem, sondern der Punkt in Flensburg oder das Fahrverbot. Ab 21 km/h zu schnell droht regelmäßig ein Punkt. Das gilt innerorts und außerorts gleichermaßen.

Beim Fahrverbot unterscheiden sich die Schwellen dagegen deutlich. Innerorts droht ein Regelfahrverbot typischerweise ab 31 bis 40 km/h zu schnell. Außerorts wird es typischerweise erst ab 41 bis 50 km/h zu schnell ernst. Dazu kommen Wiederholungsfälle.

⚠️ Besonders kritisch

  • ab 21 km/h zu schnell: regelmäßig 1 Punkt
  • innerorts ab 31 bis 40 km/h: typischerweise 1 Monat Fahrverbot
  • außerorts ab 41 bis 50 km/h: typischerweise 1 Monat Fahrverbot
  • bei höheren Überschreitungen: längere Fahrverbote und höhere Bußgelder

Wiederholte Tempoverstöße: Wann wird es zusätzlich kritisch?

Ein Fahrverbot kann nicht nur dann drohen, wenn ein einzelner Verstoß besonders hoch ist. Auch Wiederholungstäter geraten schnell in den Fahrverbotsbereich. Wird innerhalb eines Jahres ab Rechtskraft der ersten Entscheidung erneut eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 25 km/h festgestellt, kann ein zusätzliches einmonatiges Fahrverbot verhängt werden.

Gerade deshalb sollten auch mittlere Verstöße nicht unterschätzt werden. Zwei Verstöße, die einzeln vielleicht noch „gerade so“ beherrschbar wirken, können zusammen erhebliche Folgen haben.

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Besondere Situationen: Tempo-30-Zone, Baustelle, Autobahn

Viele Autofahrer glauben, dass in Tempo-30-Zonen automatisch härtere Sanktionen gelten als sonst innerorts. Das stimmt so nicht. Maßgeblich ist auch dort die konkrete Höhe der Überschreitung – also wie viele km/h Sie über dem erlaubten Limit lagen. Die innerörtlichen Regelsätze gelten entsprechend.

Auch in Baustellen und auf Autobahnen gilt kein „Sonder-Bußgeldsystem“. Entscheidend ist immer das konkret angeordnete Tempolimit und die Einordnung des Verstoßes. Auf der Autobahn mit Tempolimit gelten daher im Ergebnis die außerörtlichen Regelsätze.

Situation Wie wird geahndet? Wichtig
Tempo-30-Zone nach innerörtlichen Regelsätzen Es gibt kein separates „Tempo-30-Bußgeldsystem“.
Baustelle innerorts nach innerörtlichen Regelsätzen Maßgeblich ist das dort angeordnete Tempolimit.
Baustelle außerorts nach außerörtlichen Regelsätzen Auch hier zählt das konkret ausgeschilderte Limit.
Autobahn mit Tempolimit nach außerörtlichen Regelsätzen Das Limit ist verbindlich wie auf Landstraßen.

Probezeit: Was gilt für Fahranfänger?

Für Fahranfänger kann ein Tempoverstoß besonders unangenehm werden. Ab 21 km/h zu schnell liegt in der Probezeit regelmäßig ein A-Verstoß vor. Dann drohen zusätzlich Probezeitverlängerung und Aufbauseminar.

Gerade deshalb ist ein Geschwindigkeitsverstoß für Fahranfänger oft mehr als nur ein Bußgeldthema. Die eigentliche Belastung liegt dann häufig in den probezeitrechtlichen Folgen.

🚗 Für Fahranfänger wichtig

  • unter 21 km/h zu schnell: meist keine zusätzlichen Probezeitmaßnahmen
  • ab 21 km/h zu schnell: regelmäßig A-Verstoß
  • mögliche Folge: Probezeitverlängerung und Aufbauseminar

Wie arbeiten Blitzer und welcher Toleranzabzug gilt?

Blitzer arbeiten mit unterschiedlichen technischen Verfahren. Häufig sind stationäre Messanlagen, mobile Messstellen, Lasermessungen oder Nachfahrmessungen durch Polizeifahrzeuge. Für die Sanktion zählt nicht der erste gemessene Wert, sondern regelmäßig der Wert nach Toleranzabzug.

🔍 Typischer Toleranzabzug

  • bis 100 km/h: regelmäßig 3 km/h
  • ab 100 km/h: regelmäßig 3 Prozent

Gerade an der Schwelle zwischen Verwarnung, Punkt und Fahrverbot kann dieser Toleranzabzug entscheidend sein. Deshalb ist oft nicht der erste Eindruck aus dem Blitzerfoto, sondern die spätere Berechnung im Verfahren maßgeblich.

Wann kann sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid lohnen?

Nicht jeder Geschwindigkeitsverstoß ist automatisch unangreifbar. Eine Prüfung kann sich besonders dann lohnen, wenn Punkte oder Fahrverbot drohen oder wenn die Messung genau an einer kritischen Grenze liegt.

Typische Ansatzpunkte sind:

  • Zweifel an Messung, Eichung oder Dokumentation,
  • unklares Fahrerfoto oder fragliche Fahreridentität,
  • Verjährungsfragen,
  • Zustellungsprobleme,
  • besondere berufliche oder persönliche Folgen eines Fahrverbots.

Gerade bei Geschwindigkeitsverstößen innerorts und außerorts lohnt sich ein genauer Blick häufig dann, wenn nur wenige km/h über die Frage entscheiden, ob ein Punkt oder Fahrverbot droht.

Checkliste nach Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid

✅ So sollten Sie vorgehen

  • Prüfen Sie zuerst, ob es sich um einen Anhörungsbogen oder schon um einen Bußgeldbescheid handelt.
  • Notieren Sie das Zustellungsdatum sofort.
  • Kontrollieren Sie Tatzeit, Tatort, Kennzeichen und vorgeworfene Geschwindigkeit.
  • Achten Sie auf den Wert nach Toleranzabzug.
  • Prüfen Sie, ob Punkte, Probezeitfolgen oder Fahrverbot drohen.
  • Holen Sie bei schwerwiegenden Folgen frühzeitig rechtlichen Rat ein.
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1
Verstoß
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Ort
3
km/h
4
Gerät
5
Schreiben
6
Schutz
7
Kontakt

Welcher Verstoß wird Ihnen vorgeworfen?

Wo sind Sie geblitzt worden?

Wie viel km/h sind Sie zu schnell gefahren?

Welches Messgerät hat Sie geblitzt?

Welches Schreiben haben Sie als letztes erhalten?

Behördenschreiben hochladen (optional).

Sind Sie rechtsschutzversichert?

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Fazit: Bußgelder innerorts und außerorts in Deutschland unterscheiden sich deutlich

Bußgelder außerorts und innerorts in Deutschland folgen demselben Grundprinzip: Wer schneller fährt als erlaubt, muss mit Sanktionen rechnen. Trotzdem sind die Unterschiede erheblich. Innerorts ist die Ahndung in vielen Bereichen strenger, weil die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer höher ist. Außerorts können bei hohen Überschreitungen aber ebenso schnell Punkte und Fahrverbote drohen.

Wer Post wegen eines Geschwindigkeitsverstoßes erhält, sollte deshalb genau prüfen, welche Einordnung gilt, wie hoch der Wert nach Toleranzabzug ist und welche Folgen konkret im Raum stehen. Gerade bei Punkten, Fahrverbot oder Probezeit lohnt sich eine genaue Prüfung des Falls.

Häufig gestellte Fragen zu Bußgeldern innerorts und außerorts in Deutschland:


Quellen:

§ 3 StVO, Bußgeldkatalog (BKatV Anlage), ADAC: Tempoverstoß – Das sind die Bußgelder, ADAC: Toleranz beim Blitzer, ADAC: Fahrverbot, ADAC: Wiederholte Geschwindigkeitsverstöße, ADAC: Probezeit und Tempoverstöße, ADAC: Tempo-30-Zone

Erfahrung, die über das Verkehrsrecht hinausgeht

Kay Stolle verfügt neben seiner verkehrsrechtlichen Spezialisierung über eine breite juristische Qualifikation. Er ist Fachanwalt für Transport- und Speditionsrecht und bringt langjährige Erfahrung aus der Straßenverkehrs- und Logistikpraxis mit. Im Jahr 2015 erwarb er zudem die besonderen theoretischen Kenntnisse des Fachanwaltslehrgangs für Arbeitsrecht gemäß § 4 Abs. 1 i. V. m. § 10 FAO – ein weiterer Baustein seiner breit aufgestellten juristischen Expertise.

Über seine anwaltliche Tätigkeit hinaus ist Stolle regelmäßig als Referent tätig. Er hält Vorträge, gibt Seminare und ist an mehreren Fachpublikationen beteiligt, unter anderem als Mitautor eines Kommentars zu den Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen (ADSp).

Seine Mitgliedschaften in verschiedenen juristischen Fachvereinigungen ermöglichen ihm einen kontinuierlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig bleibt er so eng an der aktuellen Rechtsprechung und Gesetzesentwicklung Dieses Wissen fließt direkt in die fachliche Prüfung der Inhalte auf derbussgeldkatalog.de ein.

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Mit einem Team von zehn Anwältinnen und Anwälten bearbeiten sie täglich Fälle aus dem gesamten Verkehrsrecht. Die dabei gewonnene Praxiserfahrung bildet die Grundlage für die inhaltliche Qualität des Portals.

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